Donnerstag, 18. Februar 2016

Seide entbasten




Um weiße, glänzende Seide zu erhalten, die zudem gut zu färben ist, muss die abgehaspelte und verzwirnte Seide vom Seidenleim (dem Serecin), befreit werden. Dies geschieht durch auskochen in einer Seifenlösung. Bisher habe ich dazu in der Sekundärliteratur nur wenig gefunden. Anscheinend wurden die Seidenstränge in kleine Säckchen eingenäht, wohl um die empfindliche Faser beim Auskochen zu schützen. In einem weiteren Bericht wird von Buchenaschenlauge geschrieben. Wie dies nun alles wirklich der Verarbeitung im Spätmittelalter entspricht ist wohl nicht mehr genau nachzuvollziehen. 
Da ich aber mit meiner Seide bis zum fertigen Garn kommen möchte, habe ich mich am Sonntag mit Diana getroffen und  paar Versuche gestartet, Seide zu entbasten. Das Ergebnis war anfangs noch nicht ganz zufriedenstellend, aber nach mehreren Versuchen bin ich doch ganz zuversichtlich, zu guten Ergebnissen zu kommen.
Zunächst einmal brauchte ich dazu Seide, die nicht zu arbeitsaufwendig war. Daher haben mein Mann und ich Kokons abgehaspelt, diese ungezwirnte Seide habe ich dann weiterverarbeitet. Diana hat mir geholfen die Seide auf der Haspel gut abzubinden und los ging es. 



Getestet haben wir zwei Varianten, einmal mit Seifenkraut und einmal mit ausgesalzener Seife, die Diana selber hergestellt hatte. Dann haben wir je einen Strang ohne und einen in einem Leinensäckchen eingebunden, in die Seifenlauge gelegt. Nach gut einer halben Stunde haben wir die Seide aus dem heißen Wasserbad genommen.  Mit der Seife hatte sich der Bast teilweise schon ein wenig gelöst. Die Fasern waren etwas weicher geworden, klebten allerdings immer noch zusammen.



Die Ergebnisse mit Seifenkraut waren nicht gut, hier hatte sich der Bast gar nicht gelöst und die Seide wurde zudem grün/gelblich verfärbt.
Mit dieser  Seide habe ich dann einige Tage später einen zweiten Versuch gestartet und sie 90 Minuten in Seifenwasser ausgekocht. Tatsächlich wurde der Kleber entfernt und die Seide schön „luftig“ und reinweiß. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass der Glanz gelitten hat. 



Bei einem weiteren Versuch habe ich neue Seide 60 Minuten einmal im, einmal ohne Säckchen ausgekocht. Dabei hat sich die Seide, die offen im Wasser lag gelblich verfärbt und war sehr stumpf geworden. Die Seide, die geschützt in einem Baumwollsäckchen lag, war dagegen reinweiß und immer noch leicht glänzend. Auf dem Bild sehen die Fasern noch verklebt aus, das liegt daran, dass ich sie nach dem trocknen noch nicht auseinandergezupft habe.



Mit diesen ersten Versuchen bin ich ganz zufrieden und wie es aussieht tatsächlich nicht mehr weit von meinem Garn entfernt.


 
 


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